#NichtNurOnline – Demonstration von Studierenden

Studieren von Zuhause, 24/7 seit fast einem Jahr. Im Sommer 2020 waren die Universitäten für ein paar Wochen geöffnet und Studierende konnten zumindest Arbeitsräume und Bibliotheken besuchen. Die meiste Zeit jedoch findet das Studium von Zuhause, online über Zoom im kleinen WG Zimmer statt. Manche haben die Universität oder Fachhochschule noch nie betreten.

Die Initiative #NichtNurOnline hat sich zusammengeschlossen und fordert kleine Öffnungsschritte für Universitäten und Hochschulen. In der Politik bleiben die Universitäten und Hochschulen seit einem Jahr unbeachtet. Dabei sinkt die Motivation und der Glaube an einen normalen Hochschulalltag immer mehr. Es scheint schon normal, online mit 25 schwarzen Kacheln wissenschaftliche Debatten zu führen. Gespräche auf den Gängen zwischen den Veranstaltungen finden nicht statt und auch der Austausch in der Mensa ist nicht gegeben. Studierende können sich nach dem Seminar nicht einfach an die Dozierenden wenden, weil sie eine offene Frage zu der Veranstaltung haben. Immer mehr Studierende brechen verzweifelt ihr Studium ab.

#NichtNurOnline rief am 17.04.2021 zu einer kleinen Demonstration auf. Es nahmen in etwa 100 Studierende und Dozierende teil. Die Demonstrierenden versammelten sich vor der Universität der Künste und fuhren mit Fahrrädern zum Bebelplatz. In der abschließenden Kundgebung machten sie darauf aufmerksam, dass der Großteil der Studierenden auf die Arbeitsplätze in den Bibliotheken angewiesen seien. Dort können Unterlagen gescannt und kopiert, Bücher direkt eingesehen und vor Ort ausgeliehen werden. Das alles findet zur Zeit online statt. Bildung sollte für alle gleich sein. Wer jedoch keinen Drucker, eine schlechte Internetverbindung oder einen alten Laptop hat, ist eindeutig im Nachteil. Bücher werden online reserviert, einige Werke dürfen nicht ausgeliehen werden. Die Qualität des Studiums leidet seit einem Jahr unter der Online-Lehre.

Die Perspektivlosigkeit frustriert viele Studierende derzeit. #NichtNurOnline fordert Konzepte für Hochschulen und Universitäten. Die Hochschulen und Universitäten dürfen nicht weiterhin außen vor gelassen werden. Ein Studium sollte keine Last im Alltag sein, sondern ein Ort des Austausches über das eigene Fach und darüber hinaus, mit unbekannten und bekannten Menschen. Das studieren gehört auf lange Sicht in die Universität, und nicht als Zoom-Meeting nach Hause.

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